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  • AutorenbildChristine Eder

We run because we care -Rückblick Gobi March 2023


Charity Run

250km - 7 Tage - 6 Etappen

durch die Wildnis der Mongolei - entlang der Spuren des Genghis Khan bis ins Karakorum


Yes we did it! Wir können es noch immer nicht ganz glauben, aber jetzt zu Hause, wird uns klar, was wir in den letzten 2 Wochen alles erlebt haben.


Wir konnten das Innerste der Mongolei hautnah miterleben, mit allen Facetten, unberührte Steppen, weite Täler, Berge, Flußdurchquerungen, sportliche und persönliche Highlights und nicht zuletzt jede Menge wunderbare Erlebnisse in der Natur und wertvolle Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen und Tieren. Es waren wirklich anstrengende 7 Tage am Gobi March aber durchwegs getragen von positiven Gefühlen und Erlebnissen.


Wir hatten Wetterbedingungen von Schneeeinbruch in der Nacht, Evakuierung am Camp 4 aufgrund eines starken Gewitters mit Blitzen und Sturm sowie extremer Hitze und einigen Kreislaufzusammenbrüchen und Dehydrierungserscheinungen bei den Teilnehmern. Aufgrund der heißen Temperaturen hatten die meisten auch ziemlich geschwollene Füße, was unwiderruflich zu Blasen führte.

Die Wildnis zeigte sich uns aber auch auf sanfte Art und Weise, wenn Schafherden unseren Weg kreuzten oder stolze Wildpferde am Horizont erschienen sind und verspielt über die Hänge galoppierten und die Freiheit genossen. Augenblicke an denen wir den Tränen nahe waren und die unvergesslich bleiben.


Die meisten Etappen verbrachte ich allein. Valentin war meistens weit vor mir. Und ich war in meinem Tempo unterwegs bei dem ich wusste, so kann ich ewig laufen/ gehen. So konnte ich alles für mich rundum genießen und wahrnehmen, mich auf den Weg und die Gegebenheiten einstellen und auf meinen Körper hören, was er gerade braucht (Wasser, Salze, Nahrung, Elekrtolyte oder Füße hochlagern und eine Pause bei den Checkpoints).

In den Camps und den Checkpoints wurden wir von den Volunteers bestens betreut. Ein einheimisches und internationales Team versorgte uns mit Wasser und guter Stimmung und motivierten uns weiter zu machen. Das Organisations- und Streckenteam war immer zur Stelle und flexibel bei den täglichen Ereignissen wie die oben erwähnte Evakuierung bei Sturm oder zusätzlicher Wasserbereitstellung bei der Hitze.


Die Einheimischen entlang des Weges waren sehr neugierig, was sich da gerade abspielt, die Kinder applaudierten uns begeistert zu oder begleiteten uns ein Stück.

Dank der Organisation von Racing the Planet wurden für 20 Familien entlang des Weges Lithium Batterien gespendet, was sie hauptsächlich zum Betreiben von Wasserpumpen oder eines kleinen Kühlschrankes brauchen. Von uns Läufern wurde zusätzlich Kleidung für die Kinder gespendet, Malbücher, Farbstifte usw. Ein kleines Dankeschön unsererseits für die Gastfreundschaft und dafür, dass wir ihr zu Hause entdecken dürfen!



Bemerkenswert war auch die Gemeinschaft unter den Läufern. Es waren Menschen von über 40 Nationen dabei im Alter zwischen 18 und 72 Jahren. Alle top motiviert die 250km gemeinsam zu bewältigen und gespannt, wie wir den Weg bewältigen werden. Egal ob Top Berufsläufer oder kompletter Neuling im Etappenrennen, wir alle hatten dieses eine

Ziel und halfen uns gegenseitig bei den alltäglichen Herausforderungen wie Blasen an den Füßen, Ernährung, Flüssigkeits-/ Elektrolytversorgung, Gewichtersparnis beim Packen oder mittleren emotionalen Krisen wie zum Beispiel vor dem Long March.

Ich war ziemlich nervös am Vorabend und konnte mir nicht wirklich vorstellen, wie ich 78km am Stück schaffen sollte, wo ich doch bei den letzten Etappen mit 40km schon froh war, wenn endlich der Zielbogen zu sehen war.


Jens, ein Teilnehmer und Spitzenläufer aus Deutschland meinte dann zu mir:

"Weißt du wie ich das mache? Du läufst einfach die 50 km zum Checkpoint, klar bist du dann müde. Du legst die Beine hoch, isst etwas, erholst dich vielleicht 1 Stunde und schaust dir das Foto deines Sohnes an. Du schaltest wieder komplett auf 0, im Kopf und auch bei deiner Uhr. Und dann läufst du eine 28km Etappe."


Auf weiter Flur allein durch die Berge und Täler und bei unausstehlicher Hitze mit kurzzeitigen Kreislaufproblemen (die ich aber gottseidank allein wieder hinbekommen habe) bin ich nach etwa 45km auf das Zweiergespann Keith (68 Jahre, USA) und Keyley (40 Jahre, Singapore) gestoßen. Ich hatte sie auf einem Weg bergab eingeholt, da Keyley offensichtliche Probleme bei dem steinigen Gelände hatte. Wie sie selber sagte, ist sie eine Marathon Läuferin aber Berge kenne sie nicht, außer den 120m hohen und einzigen Hügel in Singapore. Ich stapfte für sie Tritte ein und half ihr so den restlichen Berg hinunter. Unten angekommen waren wir mit gutem Tempo unterwegs und wir beschlossen, den weiteren Weg und vor allem die Nacht gemeinsam zu laufen.

Am Overnight Checkpoint hatten wir beide nicht vor zu übernachten. Wir wollten den Lauf einfach nur fertig machen und ans Ziel. Wir haben ca. 45 min Pause gemacht zum Essen und Erholen und sind dann auf in die Nacht. Von den Mücken gejagt ging es etwas schneller vorwärts als erwartet und schließlich haben wir gegen 02:00 in der Nacht das Camp erreicht, müde, gezeichnet von den Strapazen aber überglücklich und erleichtert. Es hat funktioniert und das, besser wie gedacht. Genau wie alle gesagt haben oder wie Valentin es auf den Punkt brachte: "Du läufst einfach bis du nicht mehr kannst und dann weiter bis ins Ziel!"


Nach 6 Etappen und 7 Tagen in der Wildnis sind wir dann im Zentrum des Karakorum, ins Erdene Zuu Monastery, dem Alten Sitz des Genghis Kahn eingelaufen. Dort wurden uns von einem Mönch die Medaillen überreicht zu den Plätzen:


Valentin: 10. Platz in der Männerklasse, 11. Platz in der Gesamtwertung

Christine: 19. Platz in der Frauenklasse; 61. in der Gesamtwertung



Dieses Abenteuer und bemerkenswerte Rennen durch die Mongolei war für Valentin und mich eine absolute Bereicherung. Und was das Ganze noch schöner macht: Durch die Spendenaktion We run because we care konnten bis dato knapp 3000€ zusammegetragen werden, welche wir nun den Pflegebedürftigen Menschen unseres Vereins zu Gute kommen lassen können.

Ein Herzliches Dankeschön allen Spendern und Unterstützer, Firma Erdbau Dödlinger GmbH, Farben Millinger, meinem Physiotherapeuten Jakob Reischl von Therapy Aktive, Firma About Print für die Drucksorten, Brigitte Staffner, Verein Wertvollerleben, Matthias Kofler von Mensch Sein, Dr. Carmen Holz-Hölzl, Dr. Romana Pflugrad und den KollegInnen vom Palliativteam für ihre wertvolle Unterstützung und Motivation! Und natürlich ein riesen Dankeschön meiner Familie und meinen Freunden! Danke, dass ihr uns in den letzten Monaten so unterstützt, ausgehalten und mitgefiebert habt!


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